Divinity
Divinity war ursprünglich als letztes von drei Werken über Unsterblichkeit gedacht. Im Prozess der Auseinandersetzung mit dem Thema Unsterblichkeit durch Vermächtnis wurde jedoch ein breiteres Thema entdeckt – Religion und Kultur in Bezug auf den fundamentalen Zustand der Menschheit. Daher hat dieses Werk einen weitaus größeren Umfang als die beiden vorherigen und markiert einen neuen thematischen Weg für nachfolgende Arbeiten.
Das Werk beschäftigt sich damit, wie Mythen und Legenden die Bildung von Gesellschaften und das Sein als Individuum beeinflussen. Das Symbol des Anch wird für seine Doppelbedeutung genutzt: Üblicherweise steht es für Leben und wird noch immer häufig im modernen Ägypten verwendet; wenn es jedoch in der Hand einer Gottheit gehalten wird, wird es zum Symbol für Unsterblichkeit. Diese dünne Grenze zwischen den beiden Modi ist faszinierend, da sie als Anerkennung dafür gesehen werden kann, wie grundlegend Leben und Unsterblichkeit miteinander verwoben sind: Auf der Ebene des Individuums ist sie begrenzt, aber auf der breiteren Ebene einer Spezies, einer Gesellschaft oder einer Idee ist sie grenzenlos. Der Handlungsfaden des Werks folgt in etwa Joseph Campbells „Heldenreise”, was ihm eine Struktur verleiht, die es fest in der Praxis des Geschichtenerzählens verankert. Die Erzählung wurde auch so konzipiert, dass sie in verschiedenen Schichten verstanden werden kann: auf einer Ebene als Mythos der Reise eines einzelnen Charakters, auf einer anderen als Legende einer Gesellschaft und Kultur, und als Kommentar zur Intertextualität zwischen beiden.